Ein Ausschnitt aus der Geschichte einer Konfitüremanufaktur in Frankreich

von | Kunst der Marmelade

09
September 2017
Es ist noch gar nicht so lange her, dass Andrésy Confitures für kleine Lebensmittelgeschäfte in der Pariser Region einmachte. Die französische Konfitüremanufaktur hat sich zwischenzeitlich mit ihren köstlichen Auftragsrezepten, die sie erfindet und zubereitet, bei einer namhaften Kundschaft einen Namen gemacht. Gérard Cassan erinnert sich an den Aufschwung des Unternehmens in den 80-er Jahren und an die Rolle der Schifferinnen.
1974: eine Kundschaft kleiner Händler „Als ich bei Andrésy Confitures, die von meinem Großvater, René Walther, im Jahre 1952 gegründet, das Zepter übernahm, waren wir ein kleines Unternehmen mit etwa zehn Beschäftigten. Wir stellten Konfitüren, Fruchtgelee und Sirups handwerklich aus Früchten, die aus den Obstgärten des Pariser Raums stammten, mit einem handwerklichen Verfahren her. Unsere Produkte wurden in den Regalen kleiner Lebensmittelgeschäfte und auf Märkten verkauft. Insgesamt hatten wir nahezu 2000 Kunden!“
Fabricant de Confiture Andrésy Confitures - Vue sur l'Oise
Die Ankunft der Schifferinnen bei Andrésy Confitures „Unsere Niederlassung befand sich am Zusammenfluss von Oise und Seine in unmittelbarer Nähe des Hafens Conflans-Sainte-Honorine, Hauptstadt der Binnenschifffahrt. Die Stadt beherbergt heute im Übrigen ein Museum der Binnenschifffahrt. Zu dieser Zeit nahm der Warentransport mit Schleppkähnen in Anbetracht der starken Konkurrenz der großen Transporter ab. Den Binnenschiffern blieb keine andere Wahl als sich an Land zu begeben, um in der Metall- oder Fahrzeugindustrie eine Arbeit anzunehmen. Auch Ihre Frauen waren gezwungen, eine Beschäftigung zu suchen. So stellten sich eines Tages mehr als zehn Schifferinnen bei Andrésy Confitures vor. Wir benötigten Personal und haben sie eingestellt. Sie wurden geschult und einige von ihnen erlernten den Beruf der Einmacherin erlernt, während andere sich mit dem Wareneingang vertraut machten.“ »
1980er Jahre: Der Aufschwung einer Konfitüremanufaktur in Frankreich « „Mit diesen neuen Rekruten verdoppelte sich unsere Belegschaft. Es waren unabhängige Frauen, die beim Steuern ihrer Schleppkähne viel Körperkraft entwickelt hatten. Sie waren es alle gewohnt, an der frischen Luft zu arbeiten. Diese Mütter, Töchter, Cousinen, Nichten bildeten eine solidarische Gemeinschaft … und nahmen kein Blatt vor den Mund! Es waren Anpassungsbemühungen auf beiden Seiten erforderlich, aber ihre Liebe zur gut gemachten Arbeit ließ sich mit dem Geist der Familie Cassan gut unter einen Hut bringen.
Cuisson bassin de cuivre à Andrésy Confiture
Fabricant de Confitures Andrésy Confitures

Zu dieser Zeit dämpften wir unser Obst bereits in sechs Kupferkesseln , die häufig zur Reinigung demontiert werden musste. Jedes Glas wurde obendrein von Hand abgefüllt und geschlossen. Andrésy war keine sehr große Konfitüremanufaktur in Frankreich, aber das Unternehmen war jung, voller Ideen und Projekte. Wir nahmen uns die Zeit für zahlreiche Versuche und entwickelten lernend unsere Rezepte. Nach und nach erleichterten die technischen Fortschritte die Fertigung. Die Schifferinnen waren noch immer da und scheuten die Arbeit an unserer Seite nicht. Mit der Entwicklung der Supermärkte mussten die Produktionsmittel industrialisiert werden. Auf diesem Gebiet haben unsere Wettbewerber eine Vorreiterrolle übernommen. Wir sind gewachsen und haben uns angepasst. Zeitgleich haben wir bewahrt, was unsere Schlagkraft ausmacht: die kundenspezifischen Rezepte.“ private labelling.»

„Vom kleinen Einzelhändler bis zu einer internationalen Kundschaft, ein wunderbares Abenteuer!“
Coupure de journal dufabricant de confitures Andrésy Confitures
Die Rezepte von Andrésy Confitures auf den Tischen großer Hotels und der internationalen Luxushotels « „Die dritte Generation führt nunmehr die Tradition fort und kreiert Auftragsrezepte für namhafte Kunden, große Hotels und den Großhandel. Wir sind im internationalen Maßstab präsent, wo die französische Gastronomie und das kulinarische Know-how anerkannt und geschätzt werden. Unsere Forschungs- & Entwicklungsabteilung ist ausgesprochen aktiv. Unsere permanente Beobachtung der Trends und unser hohes Anpassungsvermögen ermöglichen es uns, auf alle Wünsche einzugehen.“ »
Andrésy Confitures, Familienunternehmen in mehr als einer Hinsicht « The first barge women retired in around 2010. I particularly remember Sylviane and Mauricette, who left their mark on the company. All of these women were touched by the family spirit and the example set by the people at the top. Over the years, they brought in members of the family to maintain a sort of continuity. Now the children, grandchildren and cousins of some of these women work in the factory, which employs over 50 people. „Die ersten Schifferinnen wurden um 2010 in den Ruhestand versetzt. Ich erinnere mich vor allem an Sylviane und Mauricette, die markante Figuren waren. Alle diese Frauen waren für den Familiengeist und das Beispiel der Geschäftsführer empfänglich. Mit den Jahren haben sie Angehörige präsentiert, um die Kontinuität zu gewährleisten. Heute nun arbeiten Kinder, Enkel und Cousinen einiger von ihnen im Werk, das mehr als fünfzig Arbeitnehmer beschäftigt. Ich möchte dieser Schifferinnen gedenken, die die Geschichte und das Wachstum von Andrésy Confitures mitgeprägt haben. Sie haben die Leidenschaft für unseren Berufsstand geteilt und dazu beigetragen, das aus dem Unternehmen ein Familienunternehmen in mehr als einer Hinsicht wird.“
Fabricant de Confitures Andrésy Confitures photos
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