Warum ist das Konfitüreobst Gegenstand einer spürbaren Neubewertung und zudem im Jahre 2020 knapp?

Marmeladen-Know-how made in France

13

November 2020

Wie werden Ihre Konfitüren von den 2020 geernteten Obstmengen und der Steigerung der Einkaufspreise für Konfitüreobst beeinflusst?

Die Obsternte ist in Europa und weltweit mehr oder weniger abgeschlossen und die Auswirkungen der Pandemie sind nicht nur aus Sicht der verfügbaren Menge, sondern auch in Anbetracht der angewandten Einkaufspreise katastrophal.

Aufgrund der zahlreichen klimatischen Ereignisse in diesem Jahr, der Probleme bei der Ernte und Erhaltung der Obstgärten in Verbindung mit der Pandemie kam es zu einem Absturz der geernteten Mengen: bis zu -26 % für den Golden Apfel, -29% für die Aprikose, -30% für die Himbeere, -30% für die Heidelbeere usw. (Quelle: Obstgruppe der FIAC).

In diesem bereits schwierigen Kontext sind die diesjährigen Frischobstverkäufe in die Höhe geschnellt und die Obstpreise für die Verbraucher um 17 % gestiegen. Das obstverarbeitende Gewerbe, das sich am Ende der Produktions- und Verarbeitungskette befindet, ist einerseits von den Einflüssen schlechter Ernten und andererseits von den außergewöhnlichen Frischobstverkäufen mit voller Wucht betroffen: Verringerung der verfügbaren Mengen und Steigerung der Einkaufspreise.

Um Sie über die Märkte des Konfitüreobstes auf dem Laufenden zu halten, hat Andrésy Confitures Auszüge aus der Preismitteilung der FIAC für Sie zusammengestellt!

Was bedeutet die FIAC-Gruppe für die Konfitüremacher und welche Rolle spielt sie?

Die FIAC (Föderation der Konservenhersteller) wurde 1997 gegründet und umfasst eine Arbeitsgruppe Obst, die vom marktführenden Midcap-Unternehmen über KMU bis zu Kleinunternehmen 45 Unternehmen umfasst, welche in Frankreich Kompotte, Konfitüren, Obstkonserven aber auch fruchthaltige Zwischenprodukte für andere Industriezweige herstellen: Milchprodukte und Eis, Backwaren, Kekse usw.

Jede Arbeitsgruppe organisiert jährlich mehrere Besprechungen, um sich über aktuelle Themen auszutauschen, marktspezifische Informationen weiterzugeben, Vorschläge im Interesse der Verbesserung des Lebensmittelangebots und der Rechtsvorschriften zu erarbeiten.

Pomme pour confitures Andrésy Confitures
Fraises fruits andrésy confitures
Abricot pour Confitures Andrésy Confitures
Cerises pour Andrésy Confitures

Welche Bestandsaufnahme macht die FIAC in Bezug auf die Steigerung der Preise und den Rückgang der Produktion für das unterschiedliche Konfitüreobst?

Die Obstarbeitsgruppe der FIAC erfasst jährliche die Daten der Produzenten und informiert amtlich über die Ergebnisse der Obsternten in Frankreich, in Europa und in den Hauptproduktionszonen weltweit.

Nachstehend finden Sie Auszüge aus der Pressemitteilung der FIAC vom September 2020, die der Fachpresse und den Einkäufern des Sektors zugesandt wurde und auf das Marktbarometer für die unterschiedliche Konfitüre-, Kompott-, Eis- Joghurtfrüchte usw. eingeht.

  • Äpfel: Auch wenn sich die Ernte in Frankreich einer zufriedenstellenden Qualität erfreut (jedoch mit Kalibern, die den Markt auf Frischerzeugnisse orientiert), ist sie quantitativ von einem spürbaren Rückgang geprägt, was sich auf den Sektor aus zweierlei Sicht nachteilig auswirkt. Die Versorgung der Industrie mit Äpfeln wird allgemein um 26 % sinken. Für die Golden Äpfel erreicht der Rückgang sogar 37 %. In Anbetracht einer nie dagewesenen Preisexplosion um +71 % sehen sich die französischen Unternehmen gezwungen, auf Importe zurückzugreifen, was auf Zeit für die französische Landwirtschaft verheerende Folgen haben wird, da damit zu rechnen ist, dass bestimmte französische Ursprungsbezeichnungen angesichts des erwarteten Preises untergehen.
  • Erdbeeren: Die französische Ernte reicht nicht aus, um die schlechten Ernten der übrigen Produzentenländer auszugleichen. In Marokko fand die Ernte beispielsweise zu Beginn der Pandemie statt, und das Lockdown führte zu einer Verknappung der Pflücker und zu zusätzlichen Transportkosten zwischen Marokko und Frankreich. Auch für die Ernte 2021, der alle Beteiligten sorgenvoll entgegensehen, wird ein Defizit von -25/-30 % prognostiziert. In Osteuropa sind die Ernten aufgrund der Trockenheit eher mäßig ausgefallen. In Polen wurden sie durch starke Niederschläge beeinträchtigt, sodass die Volumen rückgängig sind. In Spanien sind die Volumen aufgrund übermäßiger Regenfälle und der unter den Normalwerten liegenden Temperaturen ebenfalls gering. Schlechte Ernten, die die Preise gegenüber der Ernte 2019 in die Höhe treiben.
  • Aprikosen und Pfirsiche: 2020 war für alle europäischen Aprikosenproduzenten ein schlechtes Jahr. Insbesondere in Frankreich sind die Ernten um -60 bis -80%, zurückgegangen. In Spanien liegt die Volumeneinbuße bei -15% und in Italien bei -56%. Auch Marokko ist nicht verschont geblieben. Eine Lage die auf klimatisch bedingte Dürreperioden, gepaart mit der Corona-Krise inmitten der Erntezeit (Juni), zurückzuführen ist. Die einzige Ausnahme ist Griechenland, wo die Ernte zufriedenstellend war. Der spürbare Aufschub der Kaufentscheidung des Frischproduktemarkts. der normalerweise von Frankreich und Italien dominiert wird, führte jedoch zu einem Preisdruck und bewirkte hier eine durchschnittliche Preissteigerung von 15 % für die Konserve. Die Ernte des Hauptproduzentenlands auf der südlichen Halbkugel, Südafrika, war im Winter 2019 ebenfalls verheerend, sodass viele insbesondere britische Abnehmer nunmehr ebenfalls auf Griechenland setzten.

Auch bei der Pfirsichverarbeitung sieht sich die Verarbeitungsbranche in Anbetracht der verlustigen Ernte in Italien und in Spanien und der in die Höhe schnellenden Preise mit ähnlichen Problemen konfrontiert.

  • Birnen: Schwierige Witterungsbedingungen von der Blütezeit bis zur Ernte: später Frost und eine große sommerliche Dürre. Diese beiden ungünstigen Faktoren hatten einen starken Einfluss: eine verfrühte Ernte ab Anfang August mit einer kurzen Erntezeit und kleinkalibrigen Früchten. Auch der Personalmangel bei den Pflückern in Verbindung mit der Corona-Krise wirkte sich negativ auf die Ertragsleistungen aus. In der Folge der schlechten Ernte in der Gegensaison in Südafrika kam es auf dem Frischobstmarkt zu einer nie dagewesenen Preisexplosion.
  • Himbeeren: Die Ernte für den Fischobstmarkt ist in Frankreich zufriedenstellend. Der Bedarf des Frischproduktesektors und der des verarbeitenden Gewerbes kann jedoch nicht gedeckt werden. In Serbien sind die Erträge infolge von Regen und großer Hitze, die die Setzlinge in Mitleidenschaft zogen, im Verlauf des Jahres 2019 um 50 % gesunken. Sie trugen kaum Früchte, die zudem aufgrund der starken Regenfälle in der Erntezeit beschädigt wurden. Die Preise der serbischen Himbeeren sind um 20 % in die Höhe geschnellt. Die Ernte in Polen scheint den Prognosen zwar Rechnung zu tragen, aber ganze Bestände gingen aufgrund der Explosion der Nachfrage des Tiefkühlsektors während des Lockdown verloren.
  • Schwarze Johannisbeere: Während die Ernte in Frankreich normal ist, ist sie in Polen um 35 % zurückgegangen. Aufgrund der das Angebot übersteigenden Nachfrage und der infolge der ebenfalls schlechten Ernteergebnisse im Vorjahr auf null zusammengeschmolzenen Bestandszahlen ist der Preis der polnischen schwarzen Johannisbeere um etwa 15 % gestiegen.
  • Heidelbeere: Während der Krise konnten die Heidelbeeren in Marokko nicht geerntet werden und wurden die weltweiten Vorratskammern geleert. In Anbetracht der hohen Nachfrage innerhalb der Europäischen Union steigen die Preise der ukrainischen Heidelbeere im Augenblick stark an. Im Übrigen wird die Heidelbeerernte in Nordamerika den Prognosen zufolge einen historischen Tiefstand erreichen.
  • Knorpelkirschen: Aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen vor und während der Ernte (Wind, Regen und Eis), die das Auftreten von Flecken auf den Früchten begünstigten, fällt die Menge qualitätsvoller Knorpelkirschen in diesem Jahr gering aus.
  • Mirabellen und Zwetschen aus der Region Grand Est: Die Ernteergebnisse liegen infolge starker Hitzeperioden und der Abgabe der „verbrannten“ Früchte zur Destillation 10 % unter den Prognosen.
  • Mangos: In Indien, wo die Ernte mittelmäßig war, und in Südamerika wurde das Sammeln der Früchte durch die Corona-Krise und das mangelnde Personal spürbar beeinträchtigt, was zu einer Preissteigerung führte.
  • Litschi: Die Obstgärten im Süden Chinas (weltweit führender Produzent) waren 2019 äußerst ungünstigen Witterungsbedingungen ausgesetzt, was zur schlechtesten Ernte der vergangenen 20 Jahre führte: -70 % im überwiegenden Teil der Anbaugebiete. 2020 wird einem normalen Jahr nahekommen, auch wenn die launenhaften Witterungsbedingungen einen relativ hohen Obstverlust verursachten“.

Sie möchten in Erfahrung bringen, ob Ihre Konfitüremarke von diesen Ernteergebnissen betroffen ist oder Ihr Konfitürehersteller über die für eine Ihrer Sorten erforderliche Konfitüreobstmenge verfügt?

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